Partnerschaft

Geschrieben von Sandra Dünki
am 7. November 2022

So gibst du dich für die Liebe auf

Herzlich Willkommen auf meinem Blog. Wieso schreibe ich diesen ersten Blogbeitrag? Es ist mir ein Anliegen Themen anzusprechen, welche von anderen Menschen gemieden werden. Themen, über die sich die meisten Leute nicht trauen zu sprechen. Themen, die zu Problemstellungen werden und denen ich in meinen Coachings immer wieder begegne.

Haufenweise Themen werden als Tabus in unserer Gesellschaft gelebt. Warum halten wir an diesen Stereotypen fest? Die Antwort ist simpel: Weil man nicht falsch sein will, dazugehören und «normal» sein fühlt sich für uns angenehm an. Doch was ist normal? Der nachfolgende Beitrag widmet sich dem Thema Partnerschaft und Beziehung.

Das grosse Ziel im Leben: Partnerschaft, Ehe und Kinder

Beziehung, Partnerschaft und Liebe sind grosse Worte. Ich möchte näher darauf eingehen und eine Lanze brechen: In unserer Kultur und Gesellschaft gilt es als normal in einer Beziehung zu sein. Allein zu sein, wird unter unvollständig und falsch verbucht.

Ein Mann Mitte 40 pflegt einen guten Lebensstil, beschäftigt sich hauptsächlich mit seinem Job und geniesst die freien Stunden mit seinen Freunden. Die Fragen rund um ihn beginnen zu brodeln. Was stimmt nicht mit ihm? Er ist im Freundeskreis und in der Arbeitswelt integriert. Wieso hat er keine Partnerin? Dasselbe gilt für die Frau Mitte 30 in der Nachbarswohnung. Sie hat keinen Partner, besucht regelmässig ihre Yogastunde und mag die Kinobesuche mit ihrer besten Freundin. Die 70-jährige Eigentümerin des Hauses ist der Ansicht, dass der Frau etwas fehlt. Mit Mitte 30 unverheiratet und kinderlos. Ist das normal? Ihrer Meinung nach selbstverständlich nicht.

Bist du glücklich? Oder entsprichst du der Norm?

In unseren Breitengraden wird das Leben in einer Partnerschaft als erstrebenswert vorgegeben. Das höchste Ziel, welches uns gesteckt wird, ist in einer Beziehung zu sein, zu lieben und geliebt zu werden. Da ist auch nichts falsch daran – solange uns dies wirklich mit Glück erfüllt.
In meinen Sitzungen stelle ich besonders bei Frauen fest, dass sie gar nicht in einer Beziehung sein möchten. Die Entscheidung für die Partnerschaft bleibt nur bestehen, um der Norm zu entsprechen.

Wieso ist es normal in einer Partnerschaft zu sein?

Jede zweite Ehe in der Schweiz wird geschieden. Dennoch entscheiden wir uns immer wieder dafür zu heiraten. Wie kommt es zur Entscheidung? Oft entscheiden wir uns für eine Option, welche gar nicht unserem Innersten entspricht. Familie haben, heiraten, Kinder kriegen bleibt das höchste Ziel. Erreicht man dieses Ziel nicht, stimmt mit einem etwas nicht. Es ist mir ein Anliegen, dies auf den Tisch zu bringen und eine Diskussion zu starten. Ich möchte einen Raum eröffnen andere Möglichkeiten zuzulassen. Lasst uns erkennen, dass das konventionelle Modell nicht das Einzige ist, welches man leben kann. Es wird auch heute bereits teilweise vieles anders gelebt. Zum Teil betrachten wir diese aber nach wie vor mit einer komischen Ansicht und geben unsere Wertung ab.

Die Beziehung zu dir selbst

Die wichtigste Beziehung, die wir nicht zu kultivieren gelernt haben, ist der Schlüssel zu einer glücklichen Partnerschaft: die Beziehung zu uns selbst. Wir haben nicht gelernt für uns selbst zu sorgen. Fürsorglich zu sein, uns zu ehren, dankbar sein. Verletzlichkeit zu zeigen und für uns da zu sein. Wir erwarten von unserem Partner dasselbe, wie wir als Kinder von unseren Eltern erhalten oder auch nicht erhalten haben.
In meinem Coaching ist es mir ein Anliegen eine Beziehung zu sich selbst herzustellen. Zum eigenen Körper zu finden. Sich wieder und wieder zu fragen, was stimmt für mich? Was möchte ich? Wie würde mir mein Leben gefallen? Wie würde ich mir eine Partnerschaft wünschen? Was muss für mich ein Partner haben, damit es für mich wirklich stimmt. Das weiss ich nur, wenn ich wirklich weiss, was ich möchte. Es geht nicht darum, was meine Freunde wollen. Auch nicht darum, was ich innerhalb meiner Familie gehört habe, was einen Partner auszeichnet. Es geht darum, zu sich selbst eine Beziehung zu haben. Erst wenn wir fähig sind, uns zu geben was uns erfüllt, sind wir bereit für eine expandierende Partnerschaft. Was ich mit expandierender Partnerschaft meine, erkläre ich dir gleich.

Die wichtigste Beziehung, die wir nicht zu kultivieren gelernt haben, ist die Beziehung zu uns selbst

Befindest du dich in einer Abhängigkeit oder liebst du?

Liebe existiert eigentlich nur aufgrund von Erwartungen. Die Liste an Erwartungen an den Partner ist lang. Jeder hat Bedürfnisse, Projektionen, Separationen, und möchte nicht mit Zurückweisung oder Ablehnung konfrontiert werden. Tut der Partner nicht das, was man sich vorstellt und wünscht, so entsteht in uns die Empfindung, dass es nicht richtig ist. Dann kommt das Gefühl auf mit dem Partner stimmt etwas nicht oder es passt nicht mehr. Woher kommen diese Ansichten, was ein Partner uns geben oder erfüllen muss? Oftmals entspringt dies nicht unsere eigenen Vorstellungen. Wir adaptieren von unserem Umfeld, Freunden, Familie.

Aufgrund unserer Vorurteile entstehen Abhängigkeiten. Wir haben die Ansicht, dass unser Partner uns komplettiert und vervollständigt. Ich vergleiche dies jeweils mit «Du leihst mir dein linkes Bein und ich leihe dir mein rechtes Bein. Zusammen humpeln wir dann durch die Welt.» Dies hat für mich nichts mit Liebe zu tun, das ist Abhängigkeit.

Treffen zwei Leben, zwei Menschen aufeinander, so sollte sich das Feld erweitern. Gemeinsam wachsen und expandieren. Das gemeinsame Beziehungsfeld sollte mindestens doppelt so gross sein, wie das eigene Feld. So, dass beide Menschen innerhalb der Beziehung ihre eigenen Beine nutzen können, um den Weg gemeinsam zu bestreiten. Seite an Seite, aber nicht aufeinander stützend.

Wie geht es dir?

Wir fragen: Wie geht es dir? Gut, danke und wie geht es dir? Eine Floskel, die unseren Alltag regiert. Niemand wagt mehr zu sagen, es geht mir nicht gut.
Besonders schwer fällt es uns zuzugeben, wenn es uns in der Partnerschaft nicht gut geht. Wir sind stolz darauf eine Beziehung zu führen und das Scheitern dieser Partnerschaft ist für uns mit Scham verbunden.

Lieber lügen wir uns selbst an, sagen und denken, es ist jetzt halt so. Ich höre in meiner Praxis immer wieder: «ja, andern geht’s ja auch nicht besser» oder «es ist doch normal, dass es mir nicht immer gut geht». Darauf antworte ich, dass es natürlich ist, dass es Schwankungen gibt. Aber sich mit dem Leid anderer gleichzustellen, anstatt sich die Frage zu stellen stimmt das für mich, erachte ich als kontraproduktiv.

Wie sieht es bei dir aus? Es erfordert Mut, um bei sich selbst genau hinzuschauen. Ist es das, was ich mir wünsche? Wenn alles stimmt, musst du kein Problem daraus machen. Du kannst dich aber fragen, was ist denn da sonst noch möglich? Wenn es jedoch ehrlich stimmt, dann ist es auch in Ordnung.

Was sind deine Gedanken zum Thema Partnerschaft? Wie ist das für dich? Hast du dich gefragt, wie du dir deine Beziehung wünschst?

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